26.03.2020 - Jugendzentren: Online für Jugendliche da - Medieninfo

Wiener Jugendzentren: Online für Jugendliche da

 

Um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern, schränken die Wiener Jugendzentren den Betrieb ein. Die Jugendarbeiter_innen sind jetzt ausschließlich online für Kinder, Teenies und Jugendliche da. Unsere Jugendzentren, Jugendtreffs, die Standorte der Mobilen Jugendarbeit sowie die Offenen Räume von AusbildungsFit spacelab sind - je nach Standort unterschiedlich - auf Instagram, TikTok, Facebook, Snapchat, Discord und Messengerdiensten sowie telefonisch für unsere Teenies und Jugendlichen erreichbar!

 

Digitale Jugendarbeit ist jetzt essenziell

„Wir erleben eine schwierige Zeit, besonders für Jugendliche. Der Öffentliche Raum ist für Heranwachsende ein wichtiger Freizeit- und Rückzugsort. In den letzten Tage haben wir bei unserer Online-Jugendarbeit versucht, unseren Zielgruppen den Ernst der Lage klarzumachen und Übersetzungsarbeit für die gesundheitspolitischen Strategien der Stadt Wien und Bundesregierung zu leisten. Jugendliche lassen sich nicht so leicht von Medien oder Beteuerungen von Lehrer_innen beeindrucken. Da junge Menschen häufig keine Krankheitssymptome haben, gehören sie zu einer gefährlichen Überträger_innen-Gruppe. Das richtige Einordnen der Situation in der Coronakrise ist daher besonders für Jugendliche wichtig. Dafür braucht es Profis und eine sehr enge Vernetzung mit der Stadt Wien, Polizei, Schulen, Bezirken und Sozialeinrichtungen.“ betont Jugendzentren-Geschäftsführerin Ilkim Erdost die Notwendigkeit der Digitalen Jugendarbeit in dieser Krisenzeit.

 

Öffentlicher Raum als Ventil

Der Öffentliche Raum ist für Jugendliche in Wien ein wichtiger Freizeit- und Rückzugsort. Sie treffen sich mit Freunden, treiben Sport oder schnappen frische Luft abseits der eigenen vier Wände. Diese Möglichkeit, unabhängig der eigenen Familie, soziale Kontakte zu pflegen, sich zu bewegen und zu erholen, ist ein wichtiger Faktor für ihre psychische Gesundheit, Selbständigkeit, Selbstwirksamkeit und die Mobilität der jungen Menschen. Bis auf Weiteres steht die Benutzung des öffentlichen Raums als Ventil und zur Krisenbewältigung für Jugendliche nicht zur Verfügung.

 

Pubertät ohne soziale Kontakte

Für Jugendliche sind diese Krise und die Maßnahme, soziale Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, eine besondere Herausforderung. Freiraum, Mobilität, soziale Kontakte, Austausch mit Freunden und erwachsenen Vertrauenspersonen, Bewegung und Sport, unter anderem im öffentlichen Raum, sind zentrale, entwicklungspsychologisch bedeutende, stabilisierende Faktoren für junge Menschen. Jugendliche brauchen Auseinandersetzungen mit Erwachsenen, mit Autoritäten, mit ihrem Umfeld. Spannungen und Konflikte zu Hause, in den Familien, in den Schulen und Ausbildungsstätten sind daher in der Lebensphase Jugend keine Seltenheit. Diese sozialen Kontakte sind eine wichtige Orientierungshilfe für Jugendliche bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

 

Hilfe in der #ichbleibzaus-Zeit

Die Jugendzentren möchten auch jetzt in dieser schweren Zeit für die Fragen und Probleme der jungen Leute Ansprechpartner_innen sein. Die Jugendarbeiter_innen bieten Unterstützung bei allen Fragen und Problemen, führen Telefongespräche, informieren über die aktuellen Maßnahmen, geben Nachhilfe und unterstützen beim Lebenslauf-Schreiben, spielen Online-Games mit den Jugendlichen, motivieren für Fitness-Challenges, drehen Koch- und DIY-Videos etc.

 

Neue Herausforderungen

Bereits seit einigen Jahren begleitet Online-Jugendarbeit die Jugendarbeit an den einzelnen Jugendzentren-Standorten und im Öffentlichen Raum. „Aktuell leisten wir ausschließlich Online-Jugendarbeit. Das ist eine neue Situation für uns. Wir können auf viel Erfahrung und Wissen zurück greifen, stehen aber auch vor neuen Herausforderungen. Für viele Jugendliche erhöhen sich Spannungen in der Familie, weil alle Familienmitglieder immer zuhause sind. Viele Familien leben in kleinen Wohnungen, in denen es kaum Rückzugmöglichkeiten gibt. Wie können wir Jugendliche hier ohne persönlichen Kontakt unterstützen und begleiten? Oder: Die Anfragen nach Unterstützung beim Lernen, bei den Hausaufgaben sind massiv gestiegen. Wie, mit welchen personellen und technischen Ressourcen können wir Jugendliche hier bestmöglich supporten?“ nennt Manuela Smertnik, eine Pädagogische Bereichsleiterin der Wiener Jugendzentren ein paar herausfordernde Beispiele.

 

Veranstaltungen abgesagt

Alle Veranstaltungen der Wiener Jugendzentren sind aus derzeitiger Sicht bis Anfang Mai abgesagt. Wie zum Beispiel die 40-Jahrfeier im JZ Meidling, der Gesellschaftsklimatag, das Wuzzelturnier in der Wehlistraße und das Break Dance Battle im 5erHaus Anfang Mai.

 

 

Wenn Sie Fragen haben oder weiter Informationen benötigen, freue ich mich von Ihnen zu hören! Gerne können Sie sich auch auf unserer Website umschauen, so Sie viele Infos zur aktuellen Situation und Tipps für Jugendliche finden: http://www.jugendzentren.at