Verkehr will gelernt sein: Mit dem Schulwegtraining bereits jetzt beginnen

AUVA-Landesstelle Wien rät Eltern: So machen Sie es richtig

Der Schulanfang steht bevor und eine wichtige Frage im Raum: Wie kommt mein Kind am sichersten in die Schule? Eines vorweg: sicher nicht mit dem Auto der Eltern. Am sichersten sind Kinder, wenn sie von den Eltern gut vorbereitet als aktive Verkehrsteilnehmer selbst ihre Erfahrungen sammeln, denn der Verkehr am Weg zur Schule will gelernt sein. Der Tipp der Präventionsexperten der AUVA-Landesstelle Wien: mit Erstklasslern frühzeitig den Schulweg üben und ältere Kinder gut vorbereitet selbst Erfahrungen mit dem Straßenverkehr machen lassen. 


„In jüngster Zeit bemerken wir immer häufiger ein für Kinder sehr gefährliches Phänomen: Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer führen wollen. Was sie dabei übersehen: so kann der Nachwuchs nie lernen, Geschwindigkeit und Gefahren im Verkehr richtig einzuschätzen und richtig zu reagieren. Diese Kinder leben mit einer erhöhten Unfallgefahr, wenn sie sich einmal allein zu Recht finden müssen“, berichtet Ing. Bernd Toplak, stellvertretender Leiter Prävention der AUVA-Landesstelle Wien. 


Schulpräventionsexpertin Judith Wölfl rät, mit Schulanfängern den sichersten Weg schon im August zu üben und das in den ersten Wochen und Monaten des neuen Schuljahres auf jeden Fall fortzusetzen. Je besser Erstklassler ihren Schulweg kennen, je besser sie trainiert sind, umso geringer ist das Risiko, Opfer eines Schulwegunfalls zu werden. Ein wichtiges Hilfsmittel für das Schulwegtraining sind die Schulwegpläne der AUVA-Landesstelle Wien, die es für die Wiener und Klosterneuburger Volksschulen bereits gibt. Pläne für die St. Pöltener Volksschüler sind derzeit in Arbeit. Die Schulwegpläne bekommen Familien kostenlos entweder bei der Schuleinschreibung, in der Schule, bei den Gemeinden oder über die AUVA- Website unter www.auva.at/schulwegplaene-wien


Judith Wölfl hat aber auch noch andere wertvolle Tipps für einen sicheren Schulweg parat:

  • Die beste sprich sicherste Route immer gemeinsam mit den Kindern festlegen und einüben. Als Faustregel gilt: einen leichten, kurzen Weg mindestens drei- bis viermal, einen langen schwierigen Weg mindestens an zehn verschiedenen Tagen abgehen.
  • Möglichst sichere Übergänge suchen – selbst wenn das einige Meter mehr bedeutet. Ideal sind Überquerungen mit Ampelregelung sowie Sicherung durch Exekutive oder Schülerlotsen.
  • An unübersichtlichen Stellen, ungeregelten Kreuzungen, zwischen parkenden Fahrzeugen und Sträuchern, vor Kurven oder Kuppen – wo immer Kinder schlecht gesehen werden – sie nicht überqueren lassen.
  • Bei Fußgängerampeln gilt, Grün allein reicht nicht: Immer nach beiden Seiten schauen und auf Abbieger achten. Druckknopfampeln haben lange Wartezeiten, Kinder fällt es oft schwer längere Zeit stillzuhalten – bitte hier die Zeitverzögerung erklären und wie Ampeln funktionieren.
  • Auch bei wenig Verkehr grundsätzlich erst an der Gehsteigkante anhalten und sich dann nach links, rechts und wieder links orientieren! 
  • Besonderes Augenmerk gilt dem Zebrastreifen: Leider sind die weißen Streifen kein Garant für Sicherheit. Hier müssen alle immer zuerst stehen bleiben. Erst losgehen, wenn die Straße frei ist oder die Fahrzeuge tatsächlich angehalten wurden.
  • Bitte auch das richtige Verhalten bei Bus und Straßenbahn üben: An den Haltestellen nicht toben und drängeln, immer auf ausreichenden Abstand zum Straßenrand achten, warten bis Bus oder Bim in der Haltestelle stehen und erst dann losgehen, beim Aussteigen immer erst abwarten, bis der Bus wieder abgefahren ist, bevor der Weg fortgesetzt wird.
  • In den ersten Wochen die Kinder bitte noch begleiten, damit es am Vorbild der Eltern mehr Erfahrung sammeln kann. Später ist es ratsam, hin und wieder aus der Distanz zu beobachten, wie sich das Kind verhält – zum Beispiel mit Klassenkameraden in der Gruppe. Das hilft, weitere Gefahren zu vermeiden.
  • Scooter und Roller werden immer häufiger für den Schulweg benutzt. Dafür gibt es auch einige Regeln. Kinder dürfen mit dem Scooter erst ab 12 Jahren allein im Straßenverkehr unterwegs sein, mit Radfahrausweis bereits mit 10 Jahren. Kinder unter dieser Altersgrenze sind von einer mindestens 16- jährigen Begleitung zu beaufsichtigen. Das Fahren ist auf Gehsteigen und  –wegen, auf kombinierten Geh- und Radwegen und in Wohn- und Spielstraßen erlaubt. Fußgänger dürfen nicht gefährdet oder behindert werden.
  • Eltern sind ihrem Kind immer ein Vorbild! Das gilt sowohl im Auto als auch als Fußgänger. Auch wenn es manchmal knapp wird: Im Straßenverkehr heißt es Ruhe bewahren und alle Vorschriften beachten. Denn wenn Mama oder Papa "ausnahmsweise" bei Rot über die Straße gehen, wird sich das Kind zu gegebener Zeit daran erinnern – Kinder kopieren schnell auch gefährliches Verhalten.
  • Schulwegpläne für Erstklassler in Wien unter www.auva.at/schulwegplaene- wien zum Runterladen: In Wien haben die AUVA und die MA 46 für nahezu jede Volksschule Schulwegpläne entwickelt. Auf diesen ist das Einzugsgebiet der Schule zusehen und die sichersten Wege zur Schule eingezeichnet. Deutlich wird auf spezielle Konflikt- und Gefahrenstellen, auf welcher Straßenseite gegangen werden soll, wo die Fahrbahn am sichersten überquert werden kann, etc. hingewiesen.

Noch eine Bitte: Nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Schule – jedes Fahrzeug erhöht das Verkehrsaufkommen vor der Schule und die Unfallgefahr für die Kinder.  

  
Über die AUVA:  Bei der AUVA sind rund 4,8 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 500.000 Selbständige sowie 1,5 Millionen Schulkinder und Studierende. Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der AUVA-
Versicherten. Pro Jahr erhalten rund 150.000 Verletzte in den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie rund 1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung fast zur Gänze aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, denn die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senken die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. 

 
Die AUVA hat seit 28. Juni eine österreichweit einheitliche Telefonnummer. Die AUVA- Landesstelle Wien ist nun direkt unter +43 5 93 93-31000, das Unfallkrankenhaus Meidling unter +43 5 93 93-45000 und das AUVA-Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler unter +43 5 93 93- 41000 zu erreichen. 

Kontakt:

Gabriela Würth

Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien

Telefon mobil: 0676-33 24 879

E-Mail: gabriela.wuerth@auva.at

Im Internet: www.auva.at/wien.